Anchorman

Sozialwissenschaftliche Vernunft

Nicht neu, aber frisch gewaschen: »Geschlechterallerlei«

Von Herbst 2014 bis zum Frühjahr 2020 habe ich unter meinem Online-Foren-Nick »djadmoros« auf dem Gemeinschaftsblog »Geschlechterallerlei« teils regelmäßig, teils unregelmäßig kürzere und längere Artikel zur Kritik an der feministischen Ideologie und anderen Aspekten des Geschlechter-Themas veröffentlicht. Die meisten dieser Artikel habe ich nunmehr in einer eigenen Rubrik auf diesem Blog versammelt. Weggelassen habe ich kurze, inhaltlich triviale Blogposts und solche, in denen ich mich bloß entschuldige, keine Zeit zum Bloggen zu finden. Alle Artikel verlinken auch auf die weiter bestehenden Originale – insbesondere darum, weil auf diese Weise die Kommentar-Threads zugänglich bleiben, die ich nicht mit umziehen wollte, weil sie von den Forenten nicht für diesen Blog geschrieben wurden. Selbstverständlich kann aber auch unter den wiederveröffentlichten Artikeln kommentiert werden.

Noch eine Anmerkung: der eigentlich für den vergangenen Freitag geplante Termin des Karlsruher Offenen Mikrofons, bei dem ich zuletzt im Vier-Wochen-Takt Reden gehalten habe, musste aufgrund von Kälte, Krankheit und konkurrierenden Demonstrationen anderswo abgesagt werden. Hier geht es im Januar weiter.

»Unzulässige Äußerungen« – wofür »Telepolis« Schreibsperre erteilt

Telepolis hat einen Foren-Kommentar von mir gesperrt. Das allein ist nicht weiter bemerkenswert, und auch schon mal zu Recht erfolgt in den wenigen Fällen, in denen ich einem Forenten gezielt eine ausgewählte Beleidigung ausgesprochen habe. Im nachfolgend dokumentierten Fall geht es allerdings nicht um eine Beleidigung, sondern um eine Sachbehauptung, und damit – angesichts der Begründung der Sperre – um Inhalte und um die Grenzen des Sagbaren – wenig überraschend beim Reizthema »Ukraine-Krieg«.

Weiterlesen

Machtpolitik als narzisstische Kränkung

Der Tsunami an moralischer Schnappatmung, mit dem die westliche Öffentlichkeit auf den russischen Angriff auf die Ukraine reagiert, ist ein Anzeichen dafür, dass unsere Gesellschaft im Begriff ist, an ihrer eigenen Heuchelei zu ersticken. Würde man sich auf nüchterne Analysen einlassen, müsste auf den Tisch kommen, durch wieviel Gleichgültigkeit, Rücksichtslosigkeit, Großmäuligkeit und eigenes machtpolitisches Taktieren in den vergangenen Jahren »der Westen« für das Zustandekommen der heutigen Situation mitverantwortlich ist. Denn in der Ukraine ist Krieg nicht erst seit dem 24. Februar. Da wir das aber nicht sehen wollen, verfallen wir kollektiv in die Raserei des narzisstisch Gekränkten, der den drohenden Kollaps seines Größenselbst nur durch radikale, maximale Abwertung des Gegenüber abzuwehren vermag.

Weiterlesen

Warum ich mich selbst als »links« betrachte

Der Verfassungsschutz hat im Frühjahr dieses Jahres für die Beobachtung der »Querdenker-Bewegung« eine neue Kategorie eingerichtet: einen neuen »Phänomenbereich« mit dem Namen »Verfassungsschutzrelevante Delegitimierung des Staates«, und hier ein sogenanntes »Sammelbeobachtungsobjekt« namens »Demokratiefeindliche und/oder sicherheitsgefährdende Delegitimierung des Staates«. Diese Kategorie sei, wie zum Beispiel die FAZ anmerkt, nötig geworden, um einen befürchteten politischen Extremismus zu erfassen, der sich nicht mehr in die bisherigen Phänomenbereiche »Linksextremismus« und »Rechtsextremismus« einsortieren lasse. Das entspricht durchaus dem sozialwissenschaftlichen Befund. Vor diesem Hintergrund habe ich mich schon länger gefragt, auf was ich meine eigene Selbstverortung im politischen Spektrum eigentlich stütze. Die Antwort auf diese selbst gestellte Frage möchte ich im Folgenden explizit ausformulieren. Es geht mir dabei an dieser Stelle nicht darum, ein generelles »Linkssein« normativ zu verteidigen, sondern nur darum, eine empirische Selbstbeobachtung anzustellen und zu notieren, anhand welcher Merkmale ich meine Selbsteinschätzung vornehme.

Weiterlesen

Warum Macht korrupt macht

Für manche ist die Corona-Krise eine von langer Hand geplante Verschwörung zur Errichtung einer neuen Weltordnung. Für andere ist sie ein »gewöhnliches« Politikversagen, wahlweise aufgrund zu großer geübter Härte oder eines Mangels an solcher. Erstere Anschauung vermutet einen perfiden, detailliert ausgearbeiteten Plan hinter den Ereignissen, letztere beanstandet ein erratisches, von den Umständen überfordertes Verhalten. Aber zwischen bewusster Großplanung und simpler Unfähigkeit lässt sich das Verhalten der Politik noch auf einer mittleren Ebene erklären: auf der Ebene eines Gespürs für Gelegenheiten und ihrer ad hoc improvisierten Nutzung, das einerseits einem roten Faden folgt und darum weniger erratisch ist, als es für letztere den Anschein hat, jedoch ohne dabei andererseits geplant zu sein und darum von weniger Kalkül getrieben wird, als es für erstere den Anschein hat. Diese mittlere Ebene möchte ich die Ebene des »Machtinstinkts« nennen und im Folgenden ausführen, was ich damit meine.

Weiterlesen
« Ältere Beiträge

© 2023 Anchorman

Theme von Anders NorénHoch ↑